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GVIEL fordert grundlegende Überarbeitung des Richtplans

Der Vorstand des Gewerbevereins Illnau-Effretikon, Lindau ist einstimmig gegen den kommunalen Richtplan in der vorgeschlagenen Form und fordert deshalb eine grundlegende Überarbeitung.

Illnau-Effretikon soll sich auch in den nächsten 15 Jahren qualitativ und mit Augenmass entwickeln. Es gilt der ländlich-dörflichen Siedlungs- und Lebensqualität Sorge zu tragen. Der vorgelegte Entwurf der Gesamtrevision des kommunalen Richtplansmit seinen weitgehenden Verdichtungs- und Verstädterungsbestrebungen erfüllt diese Ansprüche nicht.

Bereits mit der bisherigen Bau- und Zonenordnung ist ein weiteres Wachstum möglich. Unter Inanspruchnahme der bestehenden Reserven in den Wohn-, Misch- und Zentrumszonen (ohne Weiler und Kernzonen) kann bis ins Jahr 2030 Platz für knapp 2000 zusätzliche Einwohner geschaffen werden.

Für eine hohe Siedlungs- und Lebensqualität ist eine Verdichtung, auch an den Siedlungsrändern, mit vierstöckigen Bauten nicht förderlich. Im übergeordneten regionalen Richtplan ist denn auch klar festgehalten, dass für Gebiete an landschaftlich empfindlichen Lagen sowie an den Siedlungsrändern eine niedrige bauliche Dichte bestimmt werden soll.

Bevölkerungswachstum bedeutet kurzfristig höhere Steuereinnahmen. Langfristig werden diese Mehreinnahmen durch den reduzierten Finanzausgleich wieder verschwinden. Es entstehen aber Mehrkosten durch notwendige Infrastruktur, für Schulen und Soziallasten. Der bereits heute starke finanzielle Druck der Stadt soll durch die Richtplanrevision nicht noch zusätzlich verschärft werden.

Nicht zu vergessen ist auch die starke Zunahme der Verkehrsbelastung im Zusammenhang mit den Verdichtungsabsichten. Es ist äusserst fraglich ob die bestehende Infrastruktur in den Wohngebieten die Zusatzbelastung auffangen könnte.

Auch das Gewerbe ist angewiesen auf investitionsfreudige und zahlungskräftige Kundschaft. Diese wird nicht mit vielstöckigen Wohnblock-Überbauungen angezogen.
Und beim Bau solcher Grossprojekte ist auch die Dienstleistung des lokalen Gewerbes selten gefragt. Werden diese doch von Grossunternehmern geführt, die oft eher am günstigsten Preis als der optimalen Qualität interessiert sind.
Die aktuelle Stellungnahme der Stadt, bezüglich Förderung des lokalen Gewerbes, belegt eindrücklich, dass die lokalen Unternehmen hier selten zum Zug kommen.